Mit etwas Phantasie verwandelt sich die Oberpfalz, das ehemaliges Kurfürstentum, in lebendiges Mittelalter. Die Residenz lag über Jahrhunderte in Amberg. Der letzte Kurfürst war in Personalunion König von Böhmen. Reich wurde die Stadt durch den Erzabbaul und die Eisenverarbeitung. Die „obere Pfalz“ war das Industriegebiet des Mittelalters. Auch aus der strategischen Lage zwischen Nürnberg und Prag konnten die Stadt nicht nur finanzielle Vorteile ziehen. In der Stadt selbst liegen mehrere Residenzen von Herzögen und Kurfürsten. Die Kirche St. Georg war als Bischofskirche vorgesehen, nachdem Regensburg sich der protestantischen Glaubensrichtung zugewandt hatte. Die Bedeutung von Amberg kann man heute noch an den größtenteil erhaltenen Verteidigungseinrichtungen ablesen. Der Rundgang im ehemaligen Stadtgraben dauert gut 90 Minuten. Im Museum ist eine Daueraustellung zur „Amberger Hochzeit“ untergebracht und vermittelt anschaulich den Prunk einer wahrhaft fürstlichen Hochzeit.
Die Mark Nabburg mit einer Reichsburg als Verwaltungszentrum wurde bereits im 9. Jahrhundert in verschiedenen Dokumenten erwähnt. Später wurde Nabburg Sitz eines Vitztumamtes. Im Mittelalter war ein Vitztum der Stellvertreter des Herzogs, der in dessen Namen die höhere Gerichtsbarkeit ausübte, die militärische Verantwortung für einen Bezirk trug und auch die gesamte Verwaltung unter seiner Kontrolle hatte. Die Reichsburg ist abgegangen, jedoch ist die Altstadt von Nabburg zu großen Teilen noch mittelalterlich. Ein gewichtiger Anteil der Befestigungsanlagen und das Pflegschloß sind sehr gut erhalten. Bemerkenswert ist die imposante Stadtpfarrkirche, von den Einheimischen wegen der stilistischen Ähnlichkeiten mit dem Regensburger Dom auch nur Dom genannt. Im Ortsteil Perschen hat ein seltenes Zeugnis mittelalterlichen Kults überlebt: Ein romanischer Karner. Dorthin wurden die Gebeine der Verstorbenen gebracht, die bei einer Neubelegung des Grabes auftauchten.
In Cham, genauer gesagt im Stadtteil Chammünster sind im Gegensatz zu Perschen die Totenschädel und Gebeine der Versorbenen - fein säuberlich aufsortiert - noch zu sehen. Chammünster ist auch der Ort, von dem aus die Christianisierung des Bayerischen Waldes begann. In der Pfarrkirche von Chammünster ist gotische Wandmalerei zu sehen: Die drei lebenden und die drei toten Könige. Von der ehemaligen Reichsburg in Cham selbst ist nicht mehr vorhanden, dafür erlangte ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Berühmtheit: Das Biertor ist Dreh und Angelpunkt in den mehrfach ausgezeichneten Nachkriegsfilm „Die Brücke“. Das Chamland, einst beherrscht von mächtigen Grafengeschlecht der Chamer, finden sich viele kleine Burgen (leider meist in Privatbesitz). Cham war Kernland des Löwenbundes, ein Trutzbündnis des Adels gegen die herzögliche Macht. Der Aufstand wurde jedoch bekanntlich niedergeschlagen.
Donaustauf ist vielen nur durch die Walhalla bekannt - leider werden Burgenliebhaber hinzufügen. Auf dem Berghügel gegenüber dem Tempel liegen die Reste der mächtigen Festung Donaustauf. Alleine die flächenmäßige Ausdehnung der Anlage ringt dem Besucher Erfurcht ab. Die eigentliche Burg war durch einen bis zu 15 Meter tiefen Graben und einer Vorburg (allein hier würde eine Landadelsburg hineinpassen) abgesichert abgesichert. 1388 wurde ein Angriff durch ein bayerisches Belagerungsheer mit nur 170 Mann Besatzung abgewehrt. In der Fachwelt bekannt ist die Burgruineallerdings durch romanische Wandmalereien in der Torkapelle.Die Aussicht vom Burgberg aus ist gigantisch. Man kann donauaufwärts die Türme des mittelalterlichen Regensburg sehen und flußabwärts glaubt man bis nach Straubing sehen zu können während sich die Wolken an dern Berspitzen des Bayerischen Waldes fangen.
Weitere Online-Quellen, die sich mit dem Thema beschäftigen: Mittelalter-Seiten auf dem Regensburg-Weblog, Geschichteleben und Amberg im Mittelalter. Eine Übersicht über den Tourismus in Ostbayern auf Msuess.com und dem Bayerwald Blog auf Yahoo! 360 Grad.
Die Informationen wurden bereitgestellt von Süß Tourismus Marketing. Weitere Bilder des Bayerwaldes auf Flickr!
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